OBERTÖNE
Obertöne schwingen auf jedem Ton, bei jedem Geräusch und in jedem Klang frei mit und geben diesem erst seine qualitative Klangfarbe. Oft werden sie kaum bewusst wahrgenommen. Unsere westlichen Kompositions- wie Hörgewohnheiten sind normalerweise auf den Grundton fixiert; dem Obertongeschehen wird weder Zeit noch Raum zur Entfaltung gegeben. Erst mit Karl-Heinz Stockhausen und David Hykes haben Obertöne wieder an Bedeutung in der zeitgenössischen Musik gewonnen. Inzwischen wird Obertongesang mit großem Erfolg im therapeutischem und im meditativen Bereich praktiziert. Durch gezielte Stimmmodulation, verbunden mit den Resonanzräumen des Körpers, können Obertöne deutlich hörbar gemacht werden. Mit ihnen werden verborgene und fast vergessene Bewusstseinsebenen geweckt und angeregt. Als eine der ältesten und ursprünglichsten Gesangsformen ist der Obertongesang vielen Völkern der Erde bekannt, - von den tibetischen Mönchen bis hin zu den Eskimos oder den australischen Ureinwohnern.
Wer außerhalb der musikalisch eingefahrenen Bahnen und Neigungen bereit ist, aus der eigenen, meditativen Stille heraus Klänge als Schwingungsfelder wahrzunehmen und spontan als Energieträger zu erleben, kann körperliche und geistige Resonanzen und ungeahnte Zustände von Fülle, Fluss und Harmonie erfahren.